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Berufliche Laufbahn  

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Ilona Peuker - Berufliche Laufbahn



Ungarn


Ilona Peuker leitete in Budapest, von 1937 bis 1944, ihre eigene Schule fuer Tanz und Moderne Rhytmische Gymnastik. Zu Beginn, in der Residenz ihrer Eltern, doch bald wurde dies unmoeglich aufgrund der zunehmenden Teilnahme von Schuelern, unter denen sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene befanden. "Ich habe mehrmals in der Woche den Salon total durcheinander gebracht, da ich im Haus Vorfuehrungen veranstaltete", erzaehlt Ilona Peuker in einem unter ihren Turnerinnen verteilten Buch ("Von der Gymnastik verfolgt").


Residenz der Familie Véghely, gelegen in der Filler Utca, 37, im Viertel Buda,
in Budapest, Ungarn. Dekade 1930. In diesem Haus begann
Véghely Ilona ihre lange und erfolgreiche Berufskarriere.

Ihre Schule wurde zu einem Vorbild in Budapest. Es wurden Vorstellungen organisiert, in denen ihre Schueler und sie selbst sich mit grossem Erfolg praesentierten.

Im Jahre 1944 jedoch, wegen der staendigen Bombardierungen, unter denen die Stadt Budapest waehrend des Zweiten Weltkrieges litt, und aufgrund des Einmarsches der Russen in Ungarn, verliess Ilona mit ihrer neugeborenen Tochter das Land in Richtung Tulln, in Oesterreich, und von dort nach Breitenberg in Deutschland, wo sich ihre Familie fuer eine lange Zeit niederliess.

    
Schuelerinnen von Frau Prof. Ilona Peuker, Ungarn, 1941.

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Deutschland

Breitendorf war ein kleiner Ort in Bayern, wo in damaligen schwierigen Kriegsjahren nur einige Bauern, weit voneinander entfernt, lebten. Es gab keine Moeglichkeit fuer Traeume und Arbeit, jedoch Frau Professor Ilona Peuker, wie sie in Deutschland und in Oesterreich bekannt geworden war, musste ihre Aktivitaeten wieder aufnehmen, denn sie schaffte es nicht, von ihrer Gymnastik getrennt zu leben, da die ihre Kreativitaet und Liebe zum Leben aufrecht erhielt.

Trotz der Zeitschwierigkeiten, und getrennt von ihrem Ehemann, der einberufen worden war, einigte sich Frau Professor Peuker mit dem Pfarrer der kleinen lokalen Kirche zu einer weihnachtlichen Auffuehrung mit den Kindern des Ortes. Sofort vereinigten sich sechzig Kinder, die mit verzierten Reifen Engel und Hirten darstellten. Anlaesslich Ostern veranstaltete Frau Professor Peuker eine zweite Inszenierung und auf diese Weise, nach und nach, bis zum naechsten Weihnachtsfest. Auf diese Art gelang es ihr, jene harten Jahre unter Tausch ihrer Arbeit fuer Butter, Eier und andere Nahrungsmittel zu ueberleben. Jahre spaeter bezeichnete Ilona Peuker scherzend diese Jahre als "Butterkurse".

Oesterreich

Vier Jahre spaeter, in 1948, kam ihr Mann zurueck und die Familie uebersiedelte wieder nach Tulln, in Oesterreich, 25 km von Wien entfernt. In einem dortigen Gymnastikverein bot sich Frau Professor Peuker an, Tanz- und Gymnastikstunden zu erteilen. Vorstellungen der dort entwickelten Taetigkeit wurden auf der einzigen Buehne der kleinen Stadt, im Kino, veranstaltet und waren immer voll ausgebucht.

Im Jahre l950 zog die Familie Peuker nach Wien, wo Frau Professor Peuker die Einladung erhielt, die oesterreichische nationale Gymnastikmannschaft zu leiten. Ohne die geringste Ahnung zu haben, wurde ihre anspruchslose Arbeit unter den Sportleitern Oesterreichs bekannt. Es war allgemeiner Wunsch, die Bewegung der weiblichen Gymnastik, die eine etwas maennliche Tendenz aufwies, harmonischer, leichter und rhythmischer zu gestalten, angepasst an die physischen Eigenschaften der Frauen.

     
Turnerinnen der Frau Professor Peuker, Oesterreich, 1952.

Langsam gelang es Frau Peuker, die Mannschaft, die bis dahin als undiszipliniert und rebellisch betrachtet wurde, in eine entschlossene und begeisterte Gruppe zu verwandeln. Sie aenderte die Uebungen jeder Turnerin, indem sie versuchte, die Bewegungen jedem persoenlichen Stil anzupassen und begann somit die Teilnahme an Wettbewerben.

In Oesterreich lebend von 1947 bis 1953, uebernahm Ilona Peuker folgende Funktionen:

  • Trainerin der oesterreichischen Mannschaft, mit der sie an staatlichen, nationalen und internationalen Wettbewerben teilnahm (1948 bis 1953);
  • Trainerin der oesterreichischen Nationalmannschaft fuer Weltmeisterschaften und fuer die Olympiade in Helsinki, in Finnland;
  • Trainerin der Meisterin des Ringenturnen (1951);
  • Meisterin in Moderner Gymnastik, Oesterreich vertretend, in Holland (1952);
  • Kampfrichterin an der Olympiade in Helsinki, Finnland (1952);
  • Kampfrichterin bei verschiedenen internationalen Treffen (1948 bis 1953);
  • Trainerin der oesterreichischen Mannschaft an der I Gymaestrada, abgehalten in Holland (1953).

Sie stellte Pflichtuebungen fuer Schwebebalken und Bodenturnen fuer verschiedene oesterreichische und internationale Wettbewerbe zusammen.

Ilona Peuker war Weltmeisterin als Trainerin der oesterreichischen Mannschaft.

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Brasilien

Im Jahre 1953 folgte sie ihrem Ehemann, der in Brasilien arbeitete und wanderte nach Rio de Janeiro aus.

Der Beginn ihrer Aktivitaeten als Lehrerin und Trainerin, sowie der Ursprung des "Grupo Unido de Ginastas" (Vereinigte Gruppe der Turnerinnen), eine Mannschaft die sie 1956 gruenden wuerde, fand zwischen den Jahren 1953 und 1955 statt, als sie auf Einladung des Direktors der Sporthochschule der Bundesuniversitaet von Rio de Janeiro, Herrn Latorre, ausserunterrichtliche Stunden abhielt. Unter den Schuelerinnen, die ihre Stunden besuchten, waehlte sie einige aus und lud sie ein, unter ihrer Orientierung im Institut Bennett Stunden zu nehmen. Das war der Beginn einer Hochniveauarbeit mit Turnerinnen der Rhythmischen Gymnastik in Brasilien
.


Pionierinnen der Rhythmischen Gymnastik in Brasilien, Strand von São Conrado, Rio de Janeiro, 1953. Von links nach rechts: Maria Emília Brandão, Ruth Cavalieri, Stella Maria Dória de Araujo Bastos (Teixeira), Francisca Patrony, Regina Gontijo Theodoro, Yvonne de Araújo Costa (Montaury), Silvia, Mary Fukuy (Smith), Maria das Graças Meninéia (Silveiro), Dagmar.


Pionierinnen bei Uebungen mit Ball, Reifen und ohne Geraet, Strand von São Conrado, Rio de Janeiro.

Waehrend der Zeit von November 1953 bis August 1975 (das Jahr in dem sie ihre Aktivitaeten als Trainerin und Lehrerin beendete), hat Dona Ilona die Rhythmische Gymnastik im ganzen Land entwickelt und verbreitet in dem sie Kurse abhielt, neue Gruppen bildete und Vorfuehrungen und Meisterschaften veranstaltete.

Dona Ilona vertrat Brasilien als Trainerin der Nationalmannschaft und somit begann die Teilnahme der brasilianischen rhythmischen Gymnastik an Weltmeisterschaften - 1967 und 1973, sowie an verschiedenen Weltgymnaestradas.

In Rio de Janeiro gab sie Unterricht, von 1954 bis 1968 im Instituto Bennet und von 1969 bis 1975 im Syrisch-Libanesischen-Verein. Obwohl sie keine formellen Beziehungen zu diesen Institutionen hatte, da die Raeumlichkeiten gemietet waren, unterhielt sie ausgezeichnete Beziehungen zu deren Direktoren und Angestellten.

Im Jahre 1978 wurde Dona Ilona von Professor Siegfrid Fischer, spaeter erster Praesident des Brasilianischen Gymnastikverbandes - CBG beauftragt, eine professionelle Mannschaft zusammenzusetzen mit der Aufgabe, die CBG zu gruenden und aufzubauen. Im Jahre 1980 organisierte Dona Ilona in der CBG die erste und bis zu diesem Datum einzige internationale Meisterschaft des Kalenders der Fédération Internationale de Gymnastique (FIG), die je in Brasilien stattgefunden hat - "Rhythmische Gymnastikmeisterschaft der 4 Kontinente".

In 1984 zog sie sich offiziell von der CBG und der Gymnastik zurueck. In ihrer beruflichen Laufbahn in Brasilien vollzog Dona Ilona folgende Funktionen:

  • Lehrerin an unzaehligen Kursen, die im gesamten Land zwischen 1953 und 1972 abgehalten wurden;
  • Gruenderin der ersten Mannschaft fuer rhythmische Gymnastik in Brasilien, in 1954;
  • Trainerin des "Grupo Unido de Ginastas" - GUG (Vereinigte Gruppe der Turnerinnen) von 1965 bis1975;
  • Redakteurin der weiblichen Gymnastik der Zeitschrift "Os desportos em todo mundo", "Der Sport in der ganzen Welt" in 1957;
  • Als Trainerin der GUG vertrat sie offiziell Brasilien bei der II Gymnaestrada - 1957 (Zagreb/Jugoslawien), IV Gymnaestrada - 1965 (Wien, Oesterreich), V Gymnaestrada - 1969 (Basel, Schweiz), und VI Gymnaestrada - 1975 (Berlin, Deutschland); Teilnahme, zusammen mit der GUG, an Kursen von Professor Rudolf Bode;
  • Offizielle Vertreterin Brasiliens, sowie Trainerin der GUG, mit verschiedenen Vorfuehrungen in Tulln, Oesterreich, in 1957;
  • Offizielle Vertreterin Brasiliens, sowie Trainerin der GUG, mit verschiedenen Vorfuehrungen in Krems, Oesterreich, in 1957;
  • Leiterin des Wettbewerbes der weiblichen Gymnastik bei den Panamerikanischen Spielen, in São Paulo, Brasilien, 1963;
  • Kampfrichterin an den II und IV Brasilianische Turnermeisterschaften - in 1963;
  • Teilnehmerin am ICHPER-Kongress, 1963;
  • Kampfrichterin bei den Weltfruehlingsspielen, 1965;
  • Als Trainerin der brasilianischen Gruppe, Teilnahme an der "Brasilada". Dieses Turnfest in Den Haag, Holland, wurde in Ehrung Brasiliens, mit exklusiver Beteiligung von hollaendischen Gruppen und der GUG realisiert - 1965;
  • Mitglied des Turn- und Gymnastikrates der Confederação Brasileira de Desportos - CBD (Brasilianischer Sportverband);
  • Trainerin der Brasilianischen Mannschaft fuer Rhythmische Gymnastik, seit ihrer Gruendung im Jahre 1967 bis August 1975;
  • Offizielle Vertreterin Brasiliens, sowie Trainerin der brasilianischen Mannschaft an der III Weltmeisterschaft fuer Rhythmische Gymnastik, in Kopenhagen, Daenemark - im Jahre 1967;
  • Rio de Janeiro-Meisterin und Trainerin des GUG, in Einzel- und Gruppenuebungen, von 1969 bis 1975;
  • Brasilianische Meisterin und Trainerin des GUG, in Einzel- und Gruppenuebungen, von 1971 bis 1974;
  • Offizielle Vertreterin Brasiliens sowie Trainerin des GUG, an der I Gimnasiada Americana in Maracaibo, Venezuela, im Jahre 1971;
  • Offizielle Vertreterin und Delegierte beim Internationalen Seminar der I Gimnasiada Americana in Maracaibo, Venezuela, im Jahre 1971;
  • Brasilianische Meisterin und Trainerin des GUG, Gruppenuebungen, im Jahre 1975;
  • Leiterin der gesamten 210 Vorfuehrungen des GUG in Brasilien und im Ausland, in der Zeit zwischen 1954 und 1975;
  • Leiterin der "Rhythmischen Gymnastik-Meisterschaft der 4 Kontinente", einziges Ereignis dieser Art, das von dem Internationalen Gymnastikverband (FIG) in Brasilien realisiert wurde; Rio de Janeiro, 1980;
  • Praesidentin des Technischen Komitees der Rhythmischen Gymnastik des Brasilianischen Gymnastikverbandes (CBG) von 1979 bis 1984.

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Heloisa Frossard
Turnerin des GUG


 
Ausfuehrung